Restaurierung für Instrumente der Marke
"Nippon-Denso" und "Smith"
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Autor:
Maximilian-Volker Mahlmeister
Prosselsheimerstr. 7
97337 Dettelbach/OT Neusetz
09324-982608
0175-41 44 936
max.mahlmeister@gmx.de
Restaurierung und Reparatur von ND-, Smith- und Veglia-Instrumenten

Meine Überlegungen schweiften von:"Lackiere ich nur die schwarzen (schlechten) Außenkappen oder......"
Nach einigen ernüchternden Besuchen bei VDO-Betrieben und ähnlichen Unternehmen griff ich dann mit Hilfe meiner Freunde Dirk Schauer (ehem. MOTO BRELAMO), Wolfgang Härter (Nabuk, British Colombia) und einem ehemaligen Mitarbeiter von VDO zur Selbsthilfe.
Als erstes fertigten wir neue V2A Verschlussringe und Außenkappen. Diese beiden Teile werden von Hand angefertigt. Die weißen Innen-Kappen kann man zu 50%
wieder verwenden, sie werden weiß-pulverbeschichtet und anschließend innen grün lackiert.
Nachdem sich meine Bemühungen im Bekanntenkreis herum gesprochen hatten, wurde die Nachfrage nach Zifferblätter immer größer, so dass wir das Projekt
der Anfertigung neuer Zifferblätter auch in Angriff nehmen mussten. Die alten Zifferblätter wurden im Süddeutschen Kunststoff-Zentrum untersucht, mit dem Ergebnis, dass es sich bei dem Material um ganz normalen Werkstoff handelt.

Durch die UV-Bestrahlung bleichen die Zifferblätter aus, teilweise reißt sogar die Oberfläche. Aufgrund dieser komplexen Thematik werden die Zifferblätter von einem Betrieb gefertigt und zugekauft.Es sind
so Zifferblätter für Laverda (Nippon-Denso und Smith), Honda K1-F2 und Kawasaki Z 900 und Z 1000 entstanden. Beim nächsten Schritt begann ich mich in die Mechanik von Tacho und Drehzahlmesser, mit Hilfe einer guten Freundin, ihres Zeichens "Uhrmachermeisterin" zu vertiefen. Alle Teile wurden zerlegt und im Ultraschall in einer Spezial-Lösung gereinigt. Die Mechanik ist zum Teil geschraubt aber zum größten Teil verpresst, das heisst, dass ich mich der Restaurierung dieser Teile
ganz behutsam annähern musste.

In einigen langen Nächten mit Piemontesischem Rotwein und vielen Espressi wurde die Mechanik neu aufgebaut. Neue Glockenachse einpressen, Öl-Buchse neu füllen, Unruhe teilweise neu anfertigen und aufsetzen, anschließend zusammenbauen und auf Funktion prüfen, gegegenfalls den Magneten neu aufmagnetisieren lassen, was in einem Spezialbetrieb durchgeführt wurde. Ein weiteres Problem ergab sich bei der Fertigung von Gläsern, Glas- und Gehäusedichtungen. Flache Gläser schneidet fast jeder Glasbetrieb, aber die gewölbten Gläser ?. Mittlerweile habe ich fast alle flachen und gewölbten Gläser in verschiedenen Wölbungen auf Lager. Das war eine lange Odysee, aber sie war erfolgreich!
Die Dichtungen stellen im Augenblick noch ein kleines Problem dar,. Zur Zeit greife ich einfach noch auf gute gebrauchte Dichtungen zurück, denn häufig sind die "alten" Dichtungen noch verwendbar. Sie werden gereinigt und mit Silicon aufgearbeitet.
Sämtliche Metallteile und das Gehäuserückteil werden verzinkt und anschliessend neu vernietet.

Die Instrumente werden vormontiert und nach Prüfung, wenn nötig, ausser Haus in einem Spezialbetrieb neu kalibriert, und zum Schluß von mir endmontiert. Alle Werkzeuge zum Bearbeiten und Verschließen der Instrumente habe ich entweder selbst entworfen oder ich habe sie aus dem Uhrmacher-Bedarf entnommen.
Die Ersatzteil-Beschaffung hat natürlich auch ihre Probleme, die zum grössten Teil über Neuanfertigungen und zu einem kleinen Teil über Ankauf von defekten und fragmentarisch erhaltenen Instrumenten abgedeckt wird.
Mein Projekt "NIPPON-DENSO" verschlang viel Zeit und viel Musse (über Geld sprechen wir lieber nicht), aber es macht auch sehr viel Spaß und Freude. Man lernt dabei sehr viele "liebe" Zeitgenossen kennen.

Bedanken möchte ich mich v.a. bei meiner Lebensgefährtin Beate, meiner Tochter Alessia, meinem Hund Bricco, meinem Kater Garibaldi, und bei all meinen Freunden, die meine nächtlichen Anrufe und Hilfegesuche ständig ertragen mussten:
Dirk Schauer, Wolfgang Härter, Sonja Hippelein, Thomas Frankenberger, Dott. Helmut Feierabend und Thomas Feierabend, Thomas Grimm, Dieter Jaglo, und noch viele andere die jetzt nicht genannt werden können.

wie immer-
gerne auf einen Espresso
aus der legendären E-61-
ciao, piu tardi-
madmax